„Wir sind durch Deutschland gefahren“

 eine kulturhistorische Fahrradtour der GIK an den Main vom 07.06. bis 10.06 20012


Dreizehn GIK´s: Manfred Jastrzemski, Dr. Gottfried Dietzel, Petra Gissel, Irmgard Klingenburg, Dr. Bodo Moonen, Edeltraut Rädle, Volker Rönick, Jörg Schmitt, Hans-Jürgen Sperl, Klara Sperl, Gesine Weber, Gisela Jordan und Sabine Timper sind am 07 Juni in Würzburg mit vier Privat-Autos angekommen, wurden dort mit Leihrädern versorgt um dann den Main entlang zu radeln über Gemünden, Lohr, Marktheidenfeld , Wertheim, Klingenberg nach Aschaffenburg.
Schon auf der ersten Etappe in Würzburg stießen die flotten Radler auf das erste Hindernis: die Auffahrt – oder den Aufstieg - zum Käppele, einer alten Wallfahrtskirche , erbaut von Balthasar Neumann. Das erwies sich mit den noch ungewohnten Leihrädern und dem Gepäck darauf als zu beschwerlich für zehn von uns. Nur Edeltraud mit E-bike und die harten Männer Gottfried und Jörg haben es geschafft.

Die übrigen zehn bejubelten nach einer Stunde Wartezeit auf der Alten Mainbrücke die Rückkehr der Helden. Die anschließende Stadtrundfahrt führte uns zum Rathaus, zum Dom und vor allem zum Weltkulturerbe, der Residenz, erbaut ebenfalls von Balthasar Neumann. Dort hat er die angeblich schönste Treppe der Welt geschaffen. Zu Recht gehört auch der Garten der Residenz zum Weltkulturerbe. Er ist wunderschön.




Tilman Riemenschneider, berühmtester Sohn der Stadt,
in der Nähe seines Auftragsgebers (vor der Residenz)




Über das „Wein- und Weihnachtsdorf“ Himmelstadt, vorbei an der Stauferstadt Karlstadt ging es weiter nach Wernfeld zu unserem Hotel Dirmbacher Hof. Da setzte dann auch (glücklicherweise nach Ankunft) der erste und einzige Regen während der gesamten Tour ein. Das Hotel war gut, dass Essen auch, und während des gesamten Frühstücks wurden wir von der Wirtin „unterhalten“.



Am zweiten Tag radelten wir durch die drei – Flüsse - Stadt Gemünden nach Lohr. Vor dem Städtchen, durch ein flacheres Becken, fließt der Main so träge, dass unzählige Seerosen Zeit haben, Blätter und Blüten an die Wasseroberfläche zu schieben. Das romantische Flair setzt sich fort im Städtchen. Der Altstadtrundgang führt durch verwinkelte Gässchen, in denen sich liebevoll restaurierte Fachwerkhäuschen aneinanderkuscheln, ihr Reiz oft noch durch Kletterrosen verstärkt. In Lohr ist Volker auf Spuren seiner Vorfahren gestoßen und hat sich darüber sehr gefreut. Vor Lohr hatte Petra „einen Platten“, der - während wir auf Altstadt-Tour waren - behoben wurde. Von Lohr ging es zur letzten Etappe des Tages, nach Marktheidenfeld, ins Hotel Hotel Mainblick, zum Bier, zum Abendessen und vor dem Schlafengehen zu einem Abendspaziergang durchs Städtchen.
Am dritten Tag waren wir in Wertheim, wo die Tauber in den Main mündet. Auch hier wieder wunderschöne Fachwerkhäuser, meist um den Marktplatz gruppiert. Nach ausgiebigem Kaffeetrinken auf dem Marktplatz und einem Besuch der Stiftskirche stiegen wohl alle noch auf die recht eindrucksvolle Burganlage, eine der größten Steinburgen Süddeutschlands, mit einem ebenso eindrucksvollen Ausblick auf das Städtchen und das Maintal.

 

Auf der Weiterfahrt – fast immer bei Gegenwind – machten wir Rast in Collenberg im Turmcafe. Aus einem alten Steinmetzhaus aus dem Jahre 1869 wurde ein kleines Hotel mit sechs Zimmern, aus der Scheune ein Restaurant mit reizvollem Ambiente. Danach war es nicht mehr weit zu unserem Tagesziel Miltenberg. Das erreichten wir so rechtzeitig, dass fast alle nach einem leckeren Abendessen noch das Fußballspiel Deutschland gegen Portugal sehen und den Sieg der deutschen Mannschaft feiern konnten.
Die gesamte Innenstadt von Miltenberg ist Fußgängerzone. Auch hier reihen sich wunderschöne, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser aneinander. Und überall Blumen. Im Hotel zum Riesen, einem besonders schönen, reich geschmückten Renaissance-Fachwerkhaus soll schon der große Feldherr Wallenstein übernachtet haben. Es ist eine der ältesten Herbergen Deutschlands. Wir begnügten uns mit dem Hotel Anker. Die edleren unter uns zogen in das frisch renovierte „Schmuckkästchen“.

Am vierten Tag sind wir zur letzten Etappe nach Aschaffenburg aufgebrochen. Bei schönem Wetter, ohne Gegenwind, kamen wir gegen 14 Uhr auf dem Schlossplatz in Aschaffenburg an, wo unsere Räder von der Verleihfirma wieder abgeholt wurden. Auch die Fahrer der vier in Würzburg wartenden Autos wurden gleich mittransportiert. Die übrigen GIK´s setzten sich zunächst in ein kleines Gartenlokal zu einem späten Mittagessen und schauten sich dann die Altstadt an und das Sandsteinschloss Johannisburg, eines der schönsten Renaissance-Schlösser Deutschlandes. Später kamen dann die Autofahrer aus Würzbug zurück und nahmen uns auf Richtung Heimat.
Die 13 hat uns Radlern kein Unglück gebracht, war vielmehr Glückszahl. Die Tour war ein voller Erfolg. Es waren vier sehr schöne Tage. Auf gut ausgebauten, asphaltierten, bestens beschilderten und flachen Radwegen, meist nah am Main, der sich ruhig durch bewaldete Hügel schlängelt, machte das Radeln richtig Spaß.

 


Bericht: Gisela Jordan / Fotos: Gottfried Dietzel