Besuch der Ford-Werke in Köln am 26.09.2012

12 Mitglieder der GIK fuhren am 26.06.2012 nach Köln-Niehl, um die dort gelegenen Ford-Werke zu besichtigen. Nach einem guten Mittagsmenu in der Werkskantine begrüßte uns Herr Fischer von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit und fuhr uns in einem Spezialbesucherzug zunächst zu einem Ausstellungsraum, in dem einige der zur Zeit gebauten PKW-Typen (u.a. Fiesta, Focus, Kuga) ausgestellt sind. Er gab eine kurze Einführung über den Ford-Standort Köln, der verkehrsgünstig direkt am linken Rheinufer liegt und neben der Deutschland-Zentrale zugleich Sitz der Verwaltung von Ford Europe ist.

Ford Europe Gebäude
Herr Fischer erläuterte einige technische Ausstattungen der aktuellen Modelle (u.a. Einparkhilfe, Diebstahlsicherung, den "Active City Stop" und die elektronische Fahrspursicherung zur Vermeidung von Auffahrunfällen, z.B. bei einer Unachtsamkeit oder einem möglichen Sekundenschlaf des Fahrers) und gab einen Ausblick auf künftige innovative Ausstattungen (z.B. Verkehrsschilderkennungssystem). In der Vergangenheit seien einige innovative Entwicklungen Fords in der Öffentlichkeit nicht so bekannt geworden, wie es aus Unternehmenssicht für den Verkauf wünschenswert gewesen wäre. Anschließend fand die Werksführung statt: Wir konnten den laufenden Produktionsprozess des Fiestas verfolgen. In dem Spezialzug fuhren wir an den weitläufigen Fertigungsstraßen vorbei, vom Zuschnitt der aus verzinktem Stahlblech hergestellten Elemente bis zur "Hochzeit", d.h. die Verbindung von Chassis mit der Karosserie. Im Wesentlichen erfolgt die Produktion durch Roboter (Schneiden, Punktschweißen, Schrauben usw.). Facharbeiter/innen waren nur an einzelnen Produktionsstellen zu sehen. Eine größere Zahl war in der Qualitätskontrolle am Ende der Fertigungskette beschäftigt. Herr Fischer erläuterte während der Fahrt den Produktionsablauf. Zudem konnten ihm die Teilnehmer während zwei Zwischenstopps in der Produktionshalle und am Ende der Besichtigungstour Fragen stellen, wovon sie reichlich Gebrauch machten. Die wesentlichen Informationen lassen sich wie folgt zusammenfassen: Im Kölner Ford-Werk wird neben dem Fiesta auch das Modell Fusion produziert.

Leitspruch FordEs werden täglich ca. 1.800 Fahrzeuge fertiggestellt. In mehreren Zulieferfirmen in unmittelbarer Nähe des Werkes werden verschiedene Bauelemente (z.B. Motoren, Elektronikbauteile, Polsterteile) produziert, die auf kurzen Transportwegen ins Werk gebracht werden. Sie sind in einem Zwischenlager deponiert. Der Lagerbestand reicht für maximal zwei Produktionstage des Werkes. Die Beschäftigten des Kölner Ford-Werkes setzen sich aus 50 Nationen zusammen. Insgesamt sind hier 17.300 Personen beschäftigt, davon 4.100 in der Fertigung. Die Produktion findet nach dem Modell Lean Production statt. Die Arbeitsteams umfassen jeweils 7 Mitarbeiter/innen. In den Pausen soll innerhalb der Arbeitsgruppen auch über Produktionsverbesserungen diskutiert werden. Diese sind Gegenstand in den täglich stattfindenden Besprechungen der Teamleiter und werden dann ggfs. in den Produktionsprozess übernommen.
Das Kölner Werk wurde im Jahr 1930 gegründet. Der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer hatte dem Unternehmensgründer Henry Ford ein riesiges Gelände zum Bau eines großen Automobilwerkes am Rheinufer in Niehl angeboten. Auf dieses Angebot ging Ford ein. Nach Fertigstellung des Werkes verlagerte Ford seinen 1925 am Berliner Westhafen gegründeten Firmensitz nach Köln. In Berlin konnte Ford aufgrund des dort sehr beschränkten Geländes nur mit in den USA produzierten Auto-Halbfertigteilen Automobile endmontieren.


Der Besuch im Kölner Ford-Werk ging nach fast drei Stunden zu Ende. Damit hatte er um fast eine Stunde länger gedauert, als üblicherweise für Werksbesichtigungen vorgesehen. Dies verdeutlicht das große Interesse der Teilnehmer/innen und die sehr umfassenden Informationen durch Herrn Fischer.

Text: Hans Jürgen Sperl; Fotos: Dr. Gottfried Dietzel