Besuch beim Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung Thomas Krüger am Dienstag, dem 05.06. 2012

Die bundeszentrale für politische bildung (bpb, Federal Agency for Civic Education) war den meisten GIK Mitgliedern bereits bekannt, oft seit Jahren als Fundgrube aktueller vielfältigster politischer und wirtschaftlicher Informationen. Am 05.06.2012 stellte sich den interessierten Teilnehmern der Präsident der bpb vor: Thomas Krüger. Nach einer theologischen Ausbildung in der DDR wurde er in den 80er Jahren in der Bürgerbewegung aktiv. 1989 war er Gründungsmitglied der Sozialdemokraten in der DDR. Kurz vor Ende der DDR wurde er (als Theologe im Ruf der Unbestechlichkeit) Senator für Polizei und Justiz und stellvertretender OB im Magistrat von Ostberlin. Nach der Bildung des ersten Gesamt-Berliner Senats wurde er als „Alibi-Ossi“ Senator für Jugend und Familie, 1994 nach einer Kandidatur als „garantiert ehrliche Haut aus der DDR“ Mitglied des Bundestags und Sprecher für Kultur und Medien.

Nach dieser Vorgeschichte war Thomas Krüger natürlich prädestiniert, 2000 als erster gesamtdeutscher Präsident der BZ für politische Bildung die Aufgaben eines strukturellen Neubeginns der BPB mit den jetzt prioritären Zielen voranzubringen:

  • Unterstützung der Demokratieeinführung in den neuen Bundesländern (Aufbau einer Zivilgesellschaft)
  • Einstieg in das digitale Zeitalter
  • Erreichen (junger) Erwachsener aller Schichten und Milieus, insbesondere von Bildungsbenachteiligten
  • Stärkeres Einbeziehen von Frauen in die Führungsgruppe der BPB

Das bedeutete in den Folgejahren:

  • Neue Arbeitsstrukturen
  • Neue parteiübergreifende Personalführung
  • Einstellung junger dynamischer Journalisten
  • Zusammenarbeit mit anderen Institutionen (z.B. Goethe-Institut, öffentliche Rundfunkanstalten)
  • Koordinieren nationaler Angebote in verschiedenen Ländern
  • - Kooperation mit anderen EU-Ländern und der Schweiz beim Aufbau einer aktuellen eurotopics Presseschau (mit französischen und englischen Zusammenfassungen); kann unter www.eurotopics.net abonniert werden
  • Aufspüren von Konfliktherden in der BDR und in der Welt

 

Neue Werkzeuge wurden entwickelt:

  • ständig aktualisierte Webseite, monatlich steht ein neues Thema im Mittelpunkt, (die Zahl der Seitenaufrufe hat sich von 250000 monatlich im Jahr 2000 auf jetzt 10 Millionen erhöht)
  • Entwickeln des Jugend Magazins fluter, alle Gruppen ansprechend, als Brücke zwischen jungen Menschen
  • Konzept von „open educational resources“ (Schwarmintelligenz wird ausgenutzt, um in iterativen Fortentwicklungsprozessen reaktive digitale Schulbücher zu erstellen und eine permanente Aktualisierung sicherzustellen)
  • Mediatheken,- Schulung von Ansprechpartnern an der Basis (Stützung demokratischer Institutionen wie Freiwillige Feuerwehr und Sportvereine)
  • Violence protection network Berlin

Bericht: Edeltraud Rädle / Dr. Gottfried Dietzel